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Dienstag, 17. Juni 2008

Update

Hey Ihr Lieben. Seit meinem letzten Eintrag ist ja schon so einiges passiert. Polen ist leider rausgeflogen, aber auch Deutschland hat zwei Klatschen einstecken müssen, besonders gegen Kroatien aber auch gegen die Ösis haben wir keine Glanzpartie abgeliefert. Ich habe die meisten Spiele gesehen. Das Spiel gegen Polen sogar aufgrund von akutem Geldmangel und Sicherheitsbedenken in der deutschen Botschaft- dort wurde man netterweise gratis verpflegt. Nun ja, das Fußballleben hier in Warschau wird nun um einiges ruhiger ohne die polnischen Fans. Auf Polnisch heißen Sie Kibicy, übrigens eines der wenigen Länder die ich kenne, die ein eigenes Wort für Fan besitzen. Wie gesagt gestern wurde das polnische Team mit Pauken und Trompeten durch das B-Team der Kroaten rausgehauen. Bitter. Ich hab sogar schon gesehen wie sie die großen Telebims, also Großleinwände abbauen.

Aber es gibt ja zum Glück auch noch andere Sache als Fußball. Basketball zum Beispiel: Mein Lieblingsteam aus den USA, die Boston Celtics stehen grad in den Finals und sind dabei zu gewinnen!!

Letztes Wochenende habe ich die beiden Freiwilligen in Lublin besucht und hab echt viel von der Stadt gesehen. Falls ihr euch erinnert, ich war bereits im Herbst zu dem trilateralen Jugendtreffen in Lublin und hatte die Stadt eher als hässlich in Erinnerung, was sich jetzt aber von grund auf geändert hat! Katharina und Lars haben echte polnische Gastfreundschaft bewiesen, ich habe echt viel erlebt und konnte schließlich meine Meinung von der Stadt ins Positive rücken! So waren wir unter anderem eine Art Heimatmuseum in einem Stadttor und konnten anschließend die Altstadt von oben bewundern. Stadtschlendern war ebenfalls angesagt und diesmal hab ich auch die schönen Fleckchen der Stadt gesehen. Ebenfalls haben wir Majdanek besichtigt, ein Konzentrationslager am Stadtrand von Lublin, welches auch als Vernichtungslager fungierte. Sehr beeindruckend sag ich euch. Lars hat mir eine mindestens zweistündige Führung gegeben, die mir einen sehr guten Überblick über das Geschehen im Lager gegeben hat. Das Projekt von Lars habe ich ebenfalls angeschaut, das Teatr N.N. Die Leute dort beschäftigen sich künstlerisch mit der Geschichte von Lublin, besonders aber der jüdischen. Zum einen gibt es eine interessante Fotoausstellung über den jüdischen Stadtteil von Lublin vor dem Einmarsch der Deutschen und ein kleines Theater, indem ab und zu Vorstellungen gegeben werden. Interessanterweise hat die Stadt Lublin kurz vor der Besetzung einem Fotografen den Auftrag gegeben das gesamte jüdische Stadtviertel zu fotografieren. Die Negative haben den Krieg überstanden und wurden erst in den Siebzigern entwickelt und veröffentlicht. Eine wahre Sensation damals! Die Besatzer haben nämlich nach kurzer Zeit ein Getto in der Stadt errichtet und dieses nach einiger Zeit geräumt. Die leerstehenden Häuser, also das jüdische Wohnviertel wurde dann dem Erdboden gleichgemacht und somit gibt es praktisch keine Überbleibsel jüdischen Lebens in Lublin. Einer Stadt mit früher einem Drittel an jüdischer Bevölkerung! Unter diesem Aspekt ist die Arbeit des Teatr N.N. sehr spannend wie ich finde...

Am Sonntag, ihr werdet es nicht glauben, sind wir sogar früh aufgestanden, um zum evangelischen Gottesdienst zu gehen. Ich hab leider nicht allzu viel verstanden von der Ansprache der Pastors da auf Polnisch, aber gesungen wurde auch und da konnte ich mit vollem Herzen mit dabei sein. Tolles Wochenende!

Mittwoch, 21. Mai 2008

Co się stało? - Was ist passiert?

Ich lass mal wieder kurz von mir hören. Es ist grade recht viel los bei uns in unserem bescheidenen Freiwilligenleben. Am Sonntag sind Rico und Fritz aka Ico&Fitz aus Berlin gekommen um sich Wawa anzuschauen. Die beiden haben in Kamils Zimmer gepennt - der aber unglücklicherweise einen Tag früher aus Israel zurückgekehrt ist und nun einen Saustall vorgefunden hat. Mist! Netterweise hat er aber nicht böse reagiert- puh! Heute morgen sind die beiden auch schon wieder abgereist, ich glaube ihnen hat die Stadt gefallen- war ne schöne Zeit! Da war mal wieder echte Berliner Lebensfreude und Charme in unserer Höhle! :)
Ja, nun zu Kamil. Er ist nun von seiner dreiwöchigen Reise zurückgekehrt und hat gestern den ganzen Abend mit seinen Reiseberichten von Israel und Amsterdam gefüllt. Und könnte sicher noch viel mehr erzählen, Mensch, er scheint echt ne Menge Eindrücke mitgebracht zu haben! Zuerst hat er Anne-Ruth besucht und dann Ric. Aber sicher gibt’s davon mehr auf seinem eigenem Blog.
Morgen geht es mit Clara und noch ein paar anderen Freiwilligen ganz spontan in die Masuren übers Wochenende. Wir haben nichts geplant oder gebucht, sondern fahren einfach mal hin. Ich hoffe wir finden den einen oder anderen Schlafplatz. Grob im Programm stehen Kanufahren, Olsztyn anschauen und in der Natur herumwuseln… Und vielleicht ein paar anti-regentänze!
Danach geht es auch gleich mit der Freizeit weiter und zwar ein einwöchiges ASF-Seminar in den polnischen Bergen. Und da sage doch einer unser Dienst ist anstrengend! Hehe. Natürlich werden wir nicht (die ganze Zeit) in der Sonne faulenzen sondern fleißig Programmpunkte abarbeiten. Polnische Jugendliche sollen auch dabei sein, da gibt es bestimmt gut Dinge zu diskutieren!!

Montag, 31. März 2008

Schlesien und Berlin - Urlaub

Die letzte Woche war sehr turbulent, ich habe mir eine Woche Auszeit von Warschau gegönnt - über Ostern wurde dank Kamils weit verzweigter Familie Schlesien bereist und anschließend kurz aber intensiv Berlin genossen.
Schlesien
Schlesien. Über Ostern. Kamil hat dort viel Verwandtschaft, die mal wieder die Polnische Gastfreundschaft bewiesen haben. Kamil, Clara und ich waren ständig bei irgendeinem Teil der Kamilschen Sippe eingeladen zum Kaffee, Kuchen, Braten, Frühstück, Kuchen, Kaffee – bis alles wurstig aus den Ohren quoll. Praktischerweise wohnen fast alle seine Verwandten im selben Dorf, Rybnik, auf dem gleichen Berg, daher konnten wir dann immer schwerfällig gezeichnet vom mästen von Haus zu Haus rollen zur nächsten Mahlzeit. Natürlich gehört zu einem Schlesienbesuch, besonders über Ostern, ein katholischer Gottesdienst dazu. Auf der Wertigkeitsskala sogar noch über dem Kuchen rangierend. Deshalb waren wir mehrmals bei den recht beeindruckenden Ostermessen dabei und haben auch Kamils Ahnen auf dem Friedhof besucht. Die Schlesier sind sehr gläubig und die Kirchen proppenvoll, von Jung bis Alt ist meistens das ganze Dorf vertreten. Die Mentalität der Leute hat mir sehr gefallen, nur die Landschaft fand ich nicht besonders ansprechend. Schlesien ist ländlich geprägt, leicht hügelig, aber mit einem nicht abstreitbaren industriellen Einschlag. Die Region war bis zum Ende des Kommunismus nämlich eine der stärksten Wirtschaftsregionen aufgrund der riesigen Steinkohlevorkommen. Das hat sich nun ähnlich wie im Ruhrgebiet radikal geändert, viele Menschen sind arbeitslos, die Kohle bleibt im Gestein – nur die Zechentürme ragen frech hier und da in den Himmel. Das ergibt einen komischen Mix aus kleinen Ackerschollen, Hütten und den Schloten. Die meisten Menschen heizen trotzdem weiterhin mit Kohle, daher riecht es permanent nach Verbranntem. Wie in Schrebergärteensiedlungen.

Interessantweise ist die Region recht eng mit Deutschland verbunden. So fahren oft Autos mit deutschen Kennzeichen umher, ich habe das Gefühl, ähnlich wie Kamils Familie, sind viele polnische Schlesier zu uns ausgewandert und kommen nun öfters die Familie besuchen. Bei einigen Familien, so wurde uns berichtet, musste der Großvater sogar noch in der Wehrmacht dienen. Erstaunlichweise können auch viele alte Leute noch ein paar Brocken Deutsch. Klar, Rybnik lag direkt an der alten deutschen Grenze und besaß auch einen Anteil deutscher Bevölkerung.

Berlin
Am Montag ging es dann von Katowice per Expresszug in 8,5 h zügig nach Berlin. Meine beiden Mitbewohner fuhren wieder nach Warschau und ich wollte mich noch ein wenig in der Heimat vergnügen. Die knappe Woche war sehr intensiv, ich muss diese Woche eine Menge Schlaf nachholen. Höhepunkte der Woche war der Vortragsabend am Freitag bei den Mahlsdorfer Großeltern zu dem Thema „Kirche unter zwei Diktaturen“, der nachgefeierte Geburtstag des Bucher Opas nebst leckerer Himbeertorte und deftigem Drink und am Samstag abschließend die Geburtstagsfeier von Robsen und Benjamin. Miteingeladen war auch Hannes, den hatte ich ja auch ne Ewigkeit nicht mehr gesehen! Ach ja, Caio, Mensch den hätte ich fast vergessen! Den habe ich auch gleich mehrmals getroffen! Ein ganz guter Bekannter aus Brasilien, der mit mir ein halbes Jahr auf das Internat in Maine gegangen ist. Dort haben wir uns bestens verstanden aber seitdem leider nicht mehr gesehen. Deshalb war ich überglücklich dass es geklappt hat uns einmal wiederzusehen!!! Fritz hab ich auch mehrmals getroffen und wir haben uns über Gott und die Welt und die Bundeswehr unterhalten. Ich könnte die Liste noch ein wenig weiterführen, aber ich glaub der Eindruck reicht, es war eine schöne, erfahrungsreiche aber auch stressige Woche! Bilder kommen übrigens noch…

Dienstag, 19. Februar 2008

Wrocław und jede Menge Ska mit "Delikat"








Dieses Wochenende habe ich den Moritz, ein ASF-Freiwilliger und Kumpel, in Breslau (p.c. eher Wrocław) besucht. Die drei Tage waren echt heftig, ich hole noch immer den Schlafmangel nach, aber hey, es hat sich gewaltig gelohnt!!
Anlass der Reise war neben dem Besuch von Moritz sein eigenes Projekt, nämlich ein Konzert in Breslau mit einer Berliner und einer polnischen Skaband.

Breslau die erste...
Das wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen und hab mich kurzerhand auf den Weg zu ihm gemacht. Nach sechs ätzenden Stunden Zugfahrt bin ich letzten Freitag abends angekommen und hab mit Moritz erst mal ne Kneipenrunde gedreht. Mit dabei waren Martin, der Mitfreiwillige aus Slowenien -sehr nett und ein Sprachgenie: Polnisch, Slowenisch, Deutsch und Tschechisch fliessend-, eine Kindergärtnerin aus Deutschland die in Breslau im deutschen Kindergarten arbeitet und ein Mitarbeiter der deutschen Minderheit - sehr sarkastischer Genosse aber unterhaltsam. Der Abend verlief sehr angenehm, und auch die Kneipen in Breslau sind sehr urig und süffig-würzig.
Später am Abend als wir nur noch zu dritt unterwegs waren, haben wir ein paar Polen getroffen, mit denen wir Kicker gespielt haben; natürlich Deutschland gegen Polen - Freundschaftsspiel versteht sich! Unsere Widersacher hatten ordentlich dem Bacchus gefrönt, daher war es uns ein leichtes ALLE Partien für uns zu entscheiden. Hehe, das war ein Spaß!

Breslau die zweite...
Am nächsten morgen haben wir heftigst ausgeschlafen und dann nachmittags die Band „Delikat“ aus Berlin empfangen. Die Jungs waren total ausgeflippt und sehr sympathisch, wie man halt sehnsüchtig aus dem Exil Berliner sich ausmalt. Nun gut, es stellte sich heraus, dass die Hälfte eingewanderte Hessen waren, aber nun gut, so etwas muss verdrängt werden!




Nachdem wir der Band die Stadt gezeigt haben, ging etwas später auch gleich das Konzert los in einem seeeehr angeranzten Laden irgendwo in einem Hinterhof in der Altstadt. Ähnlich einem unrenovierten vermüllten Tacheles. Im Publikum waren annähernd so viele Hunde vertreten wie Publikum bzw. Punks , eben ein richtige Rasselbande, allerdings waren auch normalos da wie z.B. ich. Die Band hielt dann auch was sie versprochen hatte und es ging gut ab.
Nach dem Konzert sind wir feucht-fröhlich mit dem Tourbus ins Edith-Stein Haus gefahren , indem ja Moritz wohnt und indem auch die Band untergebracht war. Natürlich wurde unterwegs an der Tanke noch ein Kasten Limonade besorgt, damit die Band samt Entourage nicht verdurstet... Angekommen im Etablissement * aben wir dann noch eine Weile „dagesessen“ bis wir ins Bett sind.
"Delikat" mit Kollegen und Moritz...
Am nächsten Tag ging es dann für mich leider wieder nach Warschau. Ich bin lustigerweise in den falschen Zug gestiegen, mein Ticket war nur für eine Art Regionalzug ausgestellt und befand mich nun plötzlich in einem edlen Polen-ICE. Der erste Schaffner hat mir eröffnet entweder ein teureres Ticket zu lösen, oder an der nächsten Station den Zug zu verlassen, der Zweite wollte mir dann sogar schon ne Strafe aufbrummen. Zum Glück konnte ich alles regeln und hab das neue Ticket mit bis auf den letzten Zloty in meiner Tasche bezahlt. Puh.
Nach einer Stunde musste ich dann meinem Platz einer Mutti mit drei Kindern räumen und da ohne Reservierung, hab ich dann die letzten läppischen fünf Stunden gestanden. Naja. Lol. War auch eine Erfahrung wert...


*Für den Kenner: Interessanterweise hören die Bandburschen allesamt KIZ waren sogar verdammt Textsicher und hatten einige Alben dabei...
**Die beiden anderen Bilder zeigen die Umgebung von Moritz Projekt und an einer Wand klebend der Flyer der Band...

Montag, 28. Januar 2008

Mój Ursynów...


Mein geliebtes Ursynów in dem ich lebe....




gute Mucke, auch meinem Getto gewidmet...






... über die Güte des zweiten Videos kann man sich streiten, aber es zeigt ganz gut Ursynow bei Nacht :)

Dienstag, 22. Januar 2008

gequirlte Sojasprossen - Lodz!




Mir fällt heute kein bestimmtes Thema ein, welches Lohnt beschrieben zu werden.

In Warschau sind grade Noah'sche Verhältnisse, es Regnet seit drei Tagen ununterbrochen. Sogar meine alten Leute haben mir heute abend abgesagt- wegen des Regens. Sogar mein Einwand, dass ich ja eine Regenjacke besitze hat sie nicht überzeugen können. lol
Da werde ich wohl oder übel den Abend zu Hause verbringen und mich einmal ausschlafen.
Das Wochenende hat seinen Tribut gefordert, Kamil hatte einen Gast aus Krakau da, dem haben wir ein wenig Warschau und seine netten Seiten gezeigt.

Am Sonntag bin ich dann ganz spontan nach Łodź gefahren, ein Kollege von mir...
-mensch, da tut sich doch ein Thema auf: Lodz!

.... ja also der Kollege, sehr netter Mann, um die vierzig, Familie blabla wollte sich Lodz angucken aber nicht alleine fahren und hat kurzerhand uns Freiwillige gefragt im jüd. histor. Institut. Die beiden Ösis konnten nicht, da sie das Wochenende über in Ausschwitz waren und irgendwie da aus Ski gefahren sind. Klingt sehr pikant aber scheint dennoch möglich zu sein.
Auf jeden Fall war ich dann mit im Boot und wir sind Sonntag morgen nach Lodz gefahren um uns einmal die Stadt anzuschauen.
Nach ungefähr zwei Stunden sind wir auch angekommen und sind durch die graue verregnete Stadt geschlendert bewaffnet mit Kameras. Ich glaube ich habe einige schöne Bilder gemacht die ich vielleicht heute abend online stelle...

Die Stadt war vor 200 Jahren nicht mehr als ein Acker mit Haus, erlebte jedoch in der Zeit der Industrialisierung einen unheimlichen Boom. So zogen im Laufe der Zeit viele Deutsche, Polen, Russen in die Stadt um für die Textilbarone zu schuften.
Das sieht der Stadt mit ihrem Arbeitercharme noch heute deutlich an. Die Stadt war bekannt für ihren multiethnischen Hintergrund, die Parteien haben recht harmonisch miteinander gelebt.
Es gibt viele sehr beeindruckende Villen, gar Schlösser die den Reichtum der Industriemagnaten bezeugen sollten. Die Industrieparks drumherum, meisstens sehr verfallen und durchweg Ziegelbau stehen alle leer und geben der Stadt teilweise verlassenen Look. Erinnerte mich stark an Leeds. Da war ich zwar noch nie, so muss Leeds aber aussehen!
Ein Industriekomplex wurde jedoch renoviert und in das groesste Einkaufszentrum Europas umgebaut. Sehr beeidruckend. Konsum pur für das Volk.

Desweiteren haben wir uns das ehemalige Getto angeschaut, das Getto von Litzmannstadt- so hiess die Stadt während des Dritten Reiches- und den jüdischen Friedhof.
In den letzteren kamen wir nur rein ,da mein Kollege seinen Diplomatenausweis gezückt hat, sehr praktische Angelegenheit. Seine Frau arbeitet nämlich in der deutschen Botschaft.
Der Friedhof war nämlich schon verschlossen und nur der kleine Ausweis hat den alten Wächter dann doch überzeugt.

Anschliessend waren wir bei den beiden ASF-Freiwilligen aus Lodz, Peter und Johannes, zum Essen in deren Wohnung eingeladen. Die beiden wohnen in einer typischebn Platte, achter Stock, kleine Wohnung, nett und omahaft eingerichtet, mollig warm und sehr gemütlich. Die
Einrichtung, um mal die beiden in Schutz zu nehmen, stammt noch von der Vermieterin.
Lustigerweise sitzt zur Zeit auf dem Balkon eine Taube die brav ihr Ei brütet. Verrückt! Zu dieser Jahreszeit, naja ist doch schon recht warm hier- scheiss Klimaerwärmung...
Abschliessend sind wir beide dann noch zu einem Punk konzert gegangen, er scheint so ne Mucke echt cool zu finden. Das Publikum war recht amüsant, von breiten Oi-Skins über Stino-rocker bis hin zu fetten Stürstehern und Iropunks.
Die Musiker, teilweise Altes Punkgestein aus England sahen gut versoffen aus haben aber noch mit ordentlich Pepp die Musik vorgetragen. Oder eher rausgekotzt hehe
Nach dem Spektakel sind wir dann auch gleich nach Hause gefahren und ich konnte nach dem harten Tag eendlich in meine weiches Federbett hupfen.
Sehr netter Tag...

Hier nochmal offiziell kleine Info wo ich war...
http://de.wikipedia.org/wiki/%C5%81%C3%B3d%C5%BA

Dienstag, 11. Dezember 2007

Motytcz- eine Woche mit unseren Nachbarn


Wie versprochen berichte ich euch von meinem einwöchigen Projekt in Motycz nahe Lublin.

Wir alle wurden recht kurzfristig von Urszula, der Polen-Beauftragen von ASF, über das anstehende Projekt benachrichtigt und herzlich eingeladen. Es ging um Geschenke und Geld sammeln für arme Kinder der Region, damit sie auch ein frohen Nikolaus feiern können. (Konsum ist alles). Toller Nebeneffekt des Projektes war die Tatsache, dass neben Deutschen auch Polen und Ukrainer eingeladen waren. Klangt also sehr spannend, das einzige Problem war nur, dass ausgerechnet an diesem Wochenende Mat mich besuchen wollte. Aaaaber der Pappenheimer hat dann doch irgenetwas verplant und somit stand der Reise nichts mehr im Wege!
Meine Wg-Mitbewohnerin Clara und die ASF-Freiwillige in Gdansk, Karo, wollten auch mitkommen, da waren wir schon drei!! KAmil konnte leider nicht, da er besuch hatte.
Am letzten Freitag sind wird dann per Zug nach Lublin gefahren und wurden am Bahnhof gleich von der dort ansässigen ASF-Freiwilligen Katharina empfangen. (Wirkt fast wie ne Sekte, wir sind ja echt überall lol). Sie hat uns dann kurz die verranzte Bahnhofsgegend mit seinen Bier-Cafes gezeigt- unser erster Eindruck von Lublin war also nicht berauschend...
Am Bahnhof sind dann die restlichen Projektteilnehmer angekommen, ausser dem Ukrainern die an der Grenze Probleme hatten und erst später kamen.
Die weiteren Deutschen kamen aus Krakau (Manuel), Warschau (Kalle und Martin), Lettland (Paula) und den Masuren.
Die Polen waren leider alle erst so um die 16 und 17 und ihr Englisch war mehr als dürftig, etwa auf dem Niveau unserer Polnischen Sprachkünste. Mit viel Panthomime und sich-bescheuert-aussehen-lasssen lief die Kommunikation aber dennoch rund.
Am Montag nach ewigen Kennlernspielen und Vorträgen (wie bin ich ein wahrer Freiwilliger)
wurden wir endlich losgelassen um für die kleinen Rotzgören Konsumgüter zu besorgen und ihren Körper mit allerlei Zuckergebäcken zu vergiften.
Hauptaufgabe bestand darin die Leute in den Supermärkten zu animieren Geschenke zu kaufen und sie uns zu schenken, jedoch konnte man auch in der Begegnunsstätte bleiben und für die Kinder basteln- Salzteigfiguren oder Fensterkleber.
Wir haben in teilweise recht abgeranzten Regionen gesammelt, aber die Polen scheinen trotzdem ein Teilfreudiges Völkchen zu sein- wir haben echt sauviel gesammelt!
An den Abenden haben wir dann alle immer gequatscht, meisst auf Englisch, Polnisch aber auch ein bisschen Deutsch. Die eine Ukrainerin hat ein Jahr in D als Opair gearbeitet und konnte immer gut übersetzen.
Ich sag euch, was die Ukrainier teilweise für heftige Lebensgeschichten aufgrund der Landesarmut haben, echt beeindruckend!
Sehr amüsant waren auch die Länderabende. Jede Nation konnte an einem Abend sein Land präsentieren und musste ein Programm vorbereiten.
Der Ukrainische war der lustigste, es wurden viele blöde Spiele gespielt und die Stimmung war ausgelassen.
Wir Deutschen hatten recht große Probleme etwas typisches zu finden und vor allem als letzte Gruppe die anderen natürlich zu toppen!!! Deutsch?
Letztendlich haben wir Freude schöner Götterfunken gesungen, ganz steiff mit Hemd, Billen und streng gegeelten Haaren. Das hat gut reingehauen.
Dann haben wir die beiden Gruppen aufgefordert die deutschen Stereotypen in einem Sketch darzustellen.
Die Polen waren am krassesten. Paweł, ein Polish-boy, hat einen fetten Bauch, ein Hitlerbärtchen und ein dicken Hut bekommen. Torkelnd mit Bier und Fass in der Hand hat er dann eine deutsche Zeitung gelesen und die polnischen Frauen abgewiesen. lol. Wir haben so gelacht alle...
Zum Schluss haben wir noch ein paar Ärtze Lieder gesungen, Manuel aus Krakau konnte zu unserem Glücke sehr gut Gitarre spielen und singen.

Die Ganze Woche verging leider viel zu schnell und jetzt sitz ich wieder hier am Rechner...
Wir haben aber zum Glück die Adressen getauscht und haben uns alle Einladungen in unsere jeweiligen Länder gegeben, mal sehen ob man sich vielleicht nochmal sieht.
Ich hätte voll Bock im Sommer mal nach Kiew die Uklraine zu fahren.
Zumaaaaal da ja meine Sektenmitglieder von ASF auch sind, bei denen ich wohnen könnte hehe.....

PS: Bilder stell ich noch rein, wenn das Internet zu hause wieder funktioniert...