Mittwoch, 9. Juli 2008
Deutsche Frauen sind hässlich und Polen klauen...
„Wir mischen unsere Farbe selbst!“
Deutsche Frauen sind hässlich und Polen klauen Autos.
Wenn wir ehrlich sind, kennen wir alle, ähnliche Vorurteile über unsere Nachbarn, dagegen wissen wir wenig über die Geschichte, Politik und das Leben unserer Nachbarn.
Das Sommerlager soll interessierten Menschen, die Gelegenheit einer deutsch-polnisch Begegnung bieten und helfen den eigenen Horizont zu erweitern.
Ziel der Begegnung ist es, mehr über den anderen heraus zu finden und es nicht dabei zu belassen, sondern die Erfahrungen, Eindrücke, Konflikte o.ä. aktiv zu bearbeiten. Dafür soll ein künstlerischer Prozess die Plattform bilden.
In Workshops mit polnischen und deutschen Künstlern, eröffnet sich die Chance gemeinsam „Kultur“ zu schaffen. Die Hauptstadt Polens, Warschau, gibt mit ihren tausend Gesichtern ein inspirierendes Umfeld für kreative Arbeit. Neben der Kunst sind auch praktisch- gemeinnützige Arbeiten, Exkursionen und ein Minisprachkurs geplant.
Es ist also nicht nötig, dass bereits künstlerische Erfahrungen vorliegen oder bestimmte Techniken beherrscht werden. Wichtig ist nur Motivation, Lust und Freude an der kreativen Tätigkeit.
Termin: 3.8. – 17.8.2008
Ort: Warschau
Teilnehmerzahl: 14
Alter: ab 18
Seminarsprache: Englisch, Polnisch, Deutsch
Kontakt: clara.wuigk(at)g m x.de
--------------www.senfsauce.blogspot.com ist offizieller Sponsor des Workshops!!------------
Dienstag, 17. Juni 2008
Update
Hey Ihr Lieben. Seit meinem letzten Eintrag ist ja schon so einiges passiert. Polen ist leider rausgeflogen, aber auch Deutschland hat zwei Klatschen einstecken müssen, besonders gegen Kroatien aber auch gegen die Ösis haben wir keine Glanzpartie abgeliefert. Ich habe die meisten Spiele gesehen. Das Spiel gegen Polen sogar aufgrund von akutem Geldmangel und Sicherheitsbedenken in der deutschen Botschaft- dort wurde man netterweise gratis verpflegt. Nun ja, das Fußballleben hier in Warschau wird nun um einiges ruhiger ohne die polnischen Fans. Auf Polnisch heißen Sie Kibicy, übrigens eines der wenigen Länder die ich kenne, die ein eigenes Wort für Fan besitzen. Wie gesagt gestern wurde das polnische Team mit Pauken und Trompeten durch das B-Team der Kroaten rausgehauen. Bitter. Ich hab sogar schon gesehen wie sie die großen Telebims, also Großleinwände abbauen.
Aber es gibt ja zum Glück auch noch andere Sache als Fußball. Basketball zum Beispiel: Mein Lieblingsteam aus den USA, die Boston Celtics stehen grad in den Finals und sind dabei zu gewinnen!!
Letztes Wochenende habe ich die beiden Freiwilligen in Lublin besucht und hab echt viel von der Stadt gesehen. Falls ihr euch erinnert, ich war bereits im Herbst zu dem trilateralen Jugendtreffen in Lublin und hatte die Stadt eher als hässlich in Erinnerung, was sich jetzt aber von grund auf geändert hat! Katharina und Lars haben echte polnische Gastfreundschaft bewiesen, ich habe echt viel erlebt und konnte schließlich meine Meinung von der Stadt ins Positive rücken! So waren wir unter anderem eine Art Heimatmuseum in einem Stadttor und konnten anschließend die Altstadt von oben bewundern. Stadtschlendern war ebenfalls angesagt und diesmal hab ich auch die schönen Fleckchen der Stadt gesehen. Ebenfalls haben wir Majdanek besichtigt, ein Konzentrationslager am Stadtrand von Lublin, welches auch als Vernichtungslager fungierte. Sehr beeindruckend sag ich euch. Lars hat mir eine mindestens zweistündige Führung gegeben, die mir einen sehr guten Überblick über das Geschehen im Lager gegeben hat. Das Projekt von Lars habe ich ebenfalls angeschaut, das Teatr N.N. Die Leute dort beschäftigen sich künstlerisch mit der Geschichte von Lublin, besonders aber der jüdischen. Zum einen gibt es eine interessante Fotoausstellung über den jüdischen Stadtteil von Lublin vor dem Einmarsch der Deutschen und ein kleines Theater, indem ab und zu Vorstellungen gegeben werden. Interessanterweise hat die Stadt Lublin kurz vor der Besetzung einem Fotografen den Auftrag gegeben das gesamte jüdische Stadtviertel zu fotografieren. Die Negative haben den Krieg überstanden und wurden erst in den Siebzigern entwickelt und veröffentlicht. Eine wahre Sensation damals! Die Besatzer haben nämlich nach kurzer Zeit ein Getto in der Stadt errichtet und dieses nach einiger Zeit geräumt. Die leerstehenden Häuser, also das jüdische Wohnviertel wurde dann dem Erdboden gleichgemacht und somit gibt es praktisch keine Überbleibsel jüdischen Lebens in Lublin. Einer Stadt mit früher einem Drittel an jüdischer Bevölkerung! Unter diesem Aspekt ist die Arbeit des Teatr N.N. sehr spannend wie ich finde...
Am Sonntag, ihr werdet es nicht glauben, sind wir sogar früh aufgestanden, um zum evangelischen Gottesdienst zu gehen. Ich hab leider nicht allzu viel verstanden von der Ansprache der Pastors da auf Polnisch, aber gesungen wurde auch und da konnte ich mit vollem Herzen mit dabei sein. Tolles Wochenende!
Dienstag, 11. Dezember 2007
Motytcz- eine Woche mit unseren Nachbarn
Wir alle wurden recht kurzfristig von Urszula, der Polen-Beauftragen von ASF, über das anstehende Projekt benachrichtigt und herzlich eingeladen. Es ging um Geschenke und Geld sammeln für arme Kinder der Region, damit sie auch ein frohen Nikolaus feiern können. (Konsum ist alles). Toller Nebeneffekt des Projektes war die Tatsache, dass neben Deutschen auch Polen und Ukrainer eingeladen waren. Klangt also sehr spannend, das einzige Problem war nur, dass ausgerechnet an diesem Wochenende Mat mich besuchen wollte. Aaaaber der Pappenheimer hat dann doch irgenetwas verplant und somit stand der Reise nichts mehr im Wege!
Meine Wg-Mitbewohnerin Clara und die ASF-Freiwillige in Gdansk, Karo, wollten auch mitkommen, da waren wir schon drei!! KAmil konnte leider nicht, da er besuch hatte.
Am letzten Freitag sind wird dann per Zug nach Lublin gefahren und wurden am Bahnhof gleich von der dort ansässigen ASF-Freiwilligen Katharina empfangen. (Wirkt fast wie ne Sekte, wir sind ja echt überall lol). Sie hat uns dann kurz die verranzte Bahnhofsgegend mit seinen Bier-Cafes gezeigt- unser erster Eindruck von Lublin war also nicht berauschend...
Am Bahnhof sind dann die restlichen Projektteilnehmer angekommen, ausser dem Ukrainern die an der Grenze Probleme hatten und erst später kamen.
Die weiteren Deutschen kamen aus Krakau (Manuel), Warschau (Kalle und Martin), Lettland (Paula) und den Masuren.
Die Polen waren leider alle erst so um die 16 und 17 und ihr Englisch war mehr als dürftig, etwa auf dem Niveau unserer Polnischen Sprachkünste. Mit viel Panthomime und sich-bescheuert-aussehen-lasssen lief die Kommunikation aber dennoch rund.
Am Montag nach ewigen Kennlernspielen und Vorträgen (wie bin ich ein wahrer Freiwilliger)
wurden wir endlich losgelassen um für die kleinen Rotzgören Konsumgüter zu besorgen und ihren Körper mit allerlei Zuckergebäcken zu vergiften.
Hauptaufgabe bestand darin die Leute in den Supermärkten zu animieren Geschenke zu kaufen und sie uns zu schenken, jedoch konnte man auch in der Begegnunsstätte bleiben und für die Kinder basteln- Salzteigfiguren oder Fensterkleber.
Wir haben in teilweise recht abgeranzten Regionen gesammelt, aber die Polen scheinen trotzdem ein Teilfreudiges Völkchen zu sein- wir haben echt sauviel gesammelt!
An den Abenden haben wir dann alle immer gequatscht, meisst auf Englisch, Polnisch aber auch ein bisschen Deutsch. Die eine Ukrainerin hat ein Jahr in D als Opair gearbeitet und konnte immer gut übersetzen.
Ich sag euch, was die Ukrainier teilweise für heftige Lebensgeschichten aufgrund der Landesarmut haben, echt beeindruckend!
Sehr amüsant waren auch die Länderabende. Jede Nation konnte an einem Abend sein Land präsentieren und musste ein Programm vorbereiten.
Der Ukrainische war der lustigste, es wurden viele blöde Spiele gespielt und die Stimmung war ausgelassen.
Wir Deutschen hatten recht große Probleme etwas typisches zu finden und vor allem als letzte Gruppe die anderen natürlich zu toppen!!! Deutsch?
Letztendlich haben wir Freude schöner Götterfunken gesungen, ganz steiff mit Hemd, Billen und streng gegeelten Haaren. Das hat gut reingehauen.
Dann haben wir die beiden Gruppen aufgefordert die deutschen Stereotypen in einem Sketch darzustellen.
Die Polen waren am krassesten. Paweł, ein Polish-boy, hat einen fetten Bauch, ein Hitlerbärtchen und ein dicken Hut bekommen. Torkelnd mit Bier und Fass in der Hand hat er dann eine deutsche Zeitung gelesen und die polnischen Frauen abgewiesen. lol. Wir haben so gelacht alle...
Zum Schluss haben wir noch ein paar Ärtze Lieder gesungen, Manuel aus Krakau konnte zu unserem Glücke sehr gut Gitarre spielen und singen.
Die Ganze Woche verging leider viel zu schnell und jetzt sitz ich wieder hier am Rechner...
Wir haben aber zum Glück die Adressen getauscht und haben uns alle Einladungen in unsere jeweiligen Länder gegeben, mal sehen ob man sich vielleicht nochmal sieht.
Ich hätte voll Bock im Sommer mal nach Kiew die Uklraine zu fahren.
Zumaaaaal da ja meine Sektenmitglieder von ASF auch sind, bei denen ich wohnen könnte hehe.....
PS: Bilder stell ich noch rein, wenn das Internet zu hause wieder funktioniert...