Freitag, 23. September 2011

Çay, Köfte und Neurologie

Hallo meine lieben Freunde,

hier mein erstes Zeichen aus Istanbul. Es hat ja ganz schön lange gedauert, bis ich endlich mal ein Lebenszeichen von mir gebe. Immerhin bin ich jetzt schon fast vier Wochen hier!

Istanbul.

Ein wahrer Moloch. Aber ein interesanter. 20 Millionen Menschen auf engstem Raum. Die drittgrößte Stadt der Erde. Häuser so weit der Blick reicht. Türken. Alles voller Menschenmassen, die durch die Straßen schlendern und mindestens genausoviele Läden, die ALLESmögliche anbieten. Im Vergleich dazu wirkt die Kleinstadt Berlin wie ausgestorben. Und wie eine geriatrische Station. Ich habe bisher nur einen kleinen Teil Istanbuls gesehen. Selbst ein "Istanbulu", also ein wahrer Einheimischer, so erzählte man mir, kenne nicht alle Ecken der Stadt. Und das ist auch verständlich. Seit meiner Zeit habe ich noch nie das Ende der Stadt gesehen. Man kann ewig auf riesigen Autbahnen fahren, gesäumt von Beton, Hochhäusern und allen möglichen Konzerngebäuden. Also Pustekuchen mit 1001 Nacht. Aber es gibt auch andere Ecken. Üsküdar, beispielsweise, ein recht konservativer Stadtteil, ist eher bekannt für seine Vielfalt an Moscheen und verwinkelten Gässchen. Istanbul ist echt schwer zu fassen. Es gibt alles. Von Punkrockkonzerten, zu vollverschleierten Frauen. Bettelnde Menschen und Porsche Cayennes, Cay (Tee) und Starbucks. Alles.


Studium

Medizin. Meine Kurse haben recht bald begonnen, also keine Orientierungswochen oder sonstiges, sondern knallhart 5x die Woche Uni Uni Uni. Das Lehrkrankenhaus ist ungefähr eine Stude per Bus- wackel wackel, stink stink- von meiner Wohnung aus entfernt. Für Istanbul ist das aber keine Strecke und ich habe mich damit eigentlich schon arrangiert. Meine türkischen Kommilitonen sind alle sehr sehr freundlich und kümmern sich vorbildlich um uns Ausländer. Aber wen wundert es, vielleicht können nur die Polen es mit der türkischen Gastfreundschaft aufnehmen.In meinem jetzigen Kurs sind noch zwei weitere Deutsche ERASMUS-Studenten mit denen ich gut klarkomme. Ja, nun, die Kurse sind im Blocks aufgebaut. Will heißen, die letzten drei Wochen hatte ich nur Neurologie. Und habe es heute abgeschlossen, sprich den ersten Schein in der Tasche! :)
Erwähnenswert ist zudem die kostenlose(!) Mensa. Herrlich! Das Krankenhaus selbst ist piekfein, modern und, soweit ich das beurteilen kann, gut ausgestattet.

Wohnen

Ich habe meine Bleibe auf der Asiatischen Seite Istanbuls gefunden in dem gemütlichen Kadiköy. Meine Wohnung ist in direkter Nähe zum Bosporus und zur Fährstation. Ich habe ein kleines aber feines Zimmer, ein tolles Wohnzimmer wo mich liebe Leute besuchen können und sehr nette Mitbewohner. Einen Tschechen aus Prag und eine Engländerin aus irgendeinem Kaff in der Nähe von London. Interessante und umgängliche Mischpoke halt. Dazu noch eine Amerikanische Lehrerin, die aber bald ausziehen wird. Leider also keine Türken in der Bude, aber daran arbeiten wir.

Erasmus
Istanbul ist voller ERASMUS-Studenten, ich glaube es sind um die 1000. Eine angenehme Plage, ich hab schon viele nette Exemplare kennengelernt. An meiner Uni jedoch sind wir nur sehr wenige, im ganzen Krankenhaus nur 4 oder 5.

Sprache
Oh mann, Türkisch ist echt schwierig! Ich hab ja in Deutschland schon vorgearbeitet und das war auch bitter nötig Hier belege ich jetzt einen Sprachkurs, indem ich hoffentlich viel mitmnehmen werde. Viele Türken sprechen wirklich fast kein Englisch, insofern bin ich echt motiviert. Jeden Freitag, also auch heute, hab ich zum Beispiel von 18-21 Uhr den Kurs- ne bittere Pille um die Uhrzeit. Andererseits ist der Kurs mitten im europäischen Teil, wo wirklich die Post abgeht. Ihr müsst das gesehen haben. Die Gegend wirkt so wie ... wie.... wie. Ehrlich gesagt fällt mir kein guter Vergleich ein. Ich werde über einen Nachdenken!


www.senfsauce.blogspot.com

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Interessante Nachrichten aus Istanbul, die Stadt scheint ja wirklich wild zu sein....Schreib mal was auf Türkisch in deinen Blog. Ich hoffe, die Seiten werden so gut gefüllt werden wie in Warschau - ich bin ein Fan deiner Berichte!!!! M.

Anonym hat gesagt…

Na das klingt doch alles sehr gut. In Deutschland und England habe ich ja gesehen, dass die Erasmusstudenten Schwierigkeiten haben sich mit uns Deutschen anzufreunden. Das liegt aber nicht an den Erasmusstudenten.
Freut mich, dass das in Istandbul anders ist.
Hmm, also M. ich würde Türkisch nicht soo in diesem Blog begrüßen, wenn keine Übersetzung daneben steht. Sonst muss ich ja immer auf babelfish gehen ;-)

Das muss wahrlich krass sein mit 20 mio. auf einem Fleck. Das 6 Fache vor Berlin. Huiiii
Na jut Alter, lass krachen

H