Dienstag, 22. April 2008
Freitag, 18. April 2008
Im Bett...
Grade ist Kamil aus Karlsruhezurückgekehrt- zuvor habe ich zwei Tage alleine in der Wohnung gehaust. Clara besucht grade ihren Macker in München und Kamil hat die Woche über ehemalige polnische Zwangsarbeiter im Rahmen eines Projektes unserer Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung in Karlsruhe, ihrem ehemaligen Einsatzort, begleitet. Das ist schon eine tolle Sache, den alten Menschen wird somit noch einmal die Möglichkeit geboten Deutschland einmal anders, als in der Erinnerung geblieben, zu erleben. Leider kam ich für solche Begleitprojekte nicht in Frage da mein Polnisch einfach zu schlecht war und leider immer noch ist.
Heute Abend wäre ich eigentlich in das Café des französischen Kulturinstituts in Warschau gegangen, was aufgrund des schon erwähnten polnischen Virus ausfällt. Nun gut, das wird auf nächste Woche verschoben. Warum grade dieses Café? Nun, mein frankophiles Blut wabert immer noch in mir und es kotzt mich, sagen wir es ärgert mich, dass mein Französisch so flöten geht. Der Betreiber des Cafés ist Franzose und organisiert jeden Freitag den „sprich-Französisch-Tag“. Ich bin auch schon auf die anderen Gäste gespannt :)
Mittwoch, 16. April 2008
Die Sendung läuft schon heute!!
Achtung! Der Sendetermin hat sich kurzfristig verschoben und findet nun schon HEUTE, Mitwoch den 16. April um 15.30 Uhr und 22.30 Uhr(Wdh.)auf Bayern 2 statt.
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Hier die Ankündigung auf der Website samt Fotos von uns Freiwilligen:
http://www.br-online.de/bayern2/nahaufnahme/reportage-kirche-und-welt-die-aktion-suehnezeichen-wird-50-jahre-alt-ID1207838220278.xml
Sonntag, 13. April 2008
Radioreportage!!
Kurze Preview der folgenden Tage: Die nächste Woche wird sicherlich sehr abwechslungsreich (wenn alle Termine klappen!!!). Am Dienstag bekomme ich eine Führung im Sejm, dem polnischen Pendant des Bundestages. Dort arbeitet ein deutscher Praktikant, der uns ein wenig umherführen will. Mitten im politischen Trubel der polnischen Nation! Am Abend habe ich hoffentlich die Möglichkeit die Synagoge zu besuchen. Dort findet ein Diskussionsabend zwischen dem polnischen Präsidenten und dem israelischen Präsidenten Shimon Peres statt- sprich hochinteressant aber auch sicherlich schwierig ein Plätzchen zu finden. Bin schon sehr gespannt worüber geredet werden wird.
Ursprünglich hatten wir auch am Dienstag einen vagen Auftrag, nämlich für eine Dresdener Flüchtlingsorganisation zwei Tschetschenische Kinder vom Flughafen abzuholen und sie in die französische Botschaft zu bringen. Das Ganze sollte im Rahmen einer Familienzusammenführung ablaufen, die den Kindern und den Eltern ein gemeinsames Leben (Warten?) in Polen ermöglichen sollte. Eltern und Kinder sind anscheinend in verschiedenen Flüchtlingslagern in verschiedenen Ländern. Leider gab es anscheinend Probleme mit der Deutschen Polizei und das Ganze wird daher wahrscheinlich eher ohne unsere Hilfe ablaufen. Schade!
In der Stiftung gibt es auch Neuigkeiten. Erwähnte ich bereits dass auch die Stiftung ein umfangreiches Archiv besitzt, in dem alle polnischen Opfer des Nationalsozialismus gelistet sind und deren Anträge und Papiere gelagert werden? Dort werde ich in nächster Zeit öfter mal hinfahren, das Archiv ist in den Westen Warschaus ausgelagert, und aushelfen, sprich Aktenberge von DS1231412 nach GX12312414 schieben…
Dienstag, 8. April 2008
Es grünt- und zusätzlich Palaver
Da ist es fast schon schade dass uns hier nur noch sechs Monate bleiben, ich blicke schon fast traurig auf das Ende unseres Dienstes entgegen. Es wäre sicherlich besser nicht darüber nachzudenken und das Momentane zu genießen, aber wer beherrscht schon seine Gedanken? Sicherlich nicht einmal Kurt Beck.... trotz seiner starken Führungsqualitäten.
Zur Zeit protzt unsere WG mit gähnender angenehmer Leere, nachdem die letzten Wochen sich die Gäste praktisch bei uns gestapelt haben. Clara hatte Sippe zu Besuch, Freundinnen, Kamil einen Kumpel, unser Radioreporter und noch ein ASF –Freiwilliger aus Ausschwitz. Full house! Das hat zwar auch etwas angenehmes, aber jetzt ist auch endlich mal wieder Zeit für die ein oder andere Lektüre oder einen ruhigen Tee mit Mucke. Es ist ganz komisch, ich habe mich hier in Warschau wahrhaftig zu einem Teetrinker entwickelt. Früher war das für mich eher ein Schimpfwort und für mich selbst war es einfach nur ekelhaft, da ich Teetrinken immer nur mit Kranksein verband. Jetzt sitz ich öfters bei einem guten Earl Grey mit Milch und Zucker im Sessel bei einer guten CD. Bloß vor den Färbstoffen die da angeblich sich im Tee befinden sollen habe ich Angst!
Auf Arbeit in der Stiftung der pl.-dt. Aussöhnung bereite ich grade meinen Vortrag vor den ich beim ASF-Jubiläum in Berlin am zweiten Mai halten werde. Das Thema ist grob Gegenwart und Zukunft der ASF-Projekte in Polen, veranschlagt sind 30 Minuten. Viele Leute werden sicherlich nicht zuhören, der Raum „K3“, für Polen zugeteilt ,fasst nur an die 40 Zuschauer – ein Klacks gegen den Raum „Hörsaal“ für Israel und Frankreich mit mehreren hundert. Wieder mal typisch, wo doch Polen, wie ich finde, eine wichtige Rolle spielen sollte. Denen werden wir es zeigen! Diesen Missstand werde ich auf jeden Fall in den Vortrag einfließen lassenJ
Donnerstag, 3. April 2008
Unter Beobachtung...
Wolfram hat uns nun Tag auf Tag ein mit seinem lustigen ARD/BR – Mikro begleitet. Anfänglich hat ich ziemlich Schiss vor dem Teil, aber mit der Zeit gewöhnt man sich dran. Einmal aufgeregt redet man solchen Stuss zusammen. Als Clara und ich das erste mal gefragt wurden wie wir denn die Wohnung in Schuss hielten klang das ungefähr so:
A: Ja, äh, naja, eigentlich sind wir ja ordentlich. Die anderen vorher äh waren schlampiger…
C: Ja, auf jeden Fall. Wir sind voll schlampig eigentlich…. Ja…… auf jeden Fall. Äh halt Freiwillige…
A: Blablabla…
Widersprüchlich, kein System und einfach nur peinlich hehe. Naja das hat sich glaub ich mit der Zeit etwas geändert. Eins nehm ich mir aber vor: In Zukunft werde ich mehr Verständnis haben für Leute die in Formaten wie TVtotal zur Sau gemacht werden weil sie vor der Kamera Scheisse erzählt haben… Ich erinner nur an den „dümmsten Menschen“ auf Youtube. Vielleicht doch nicht so doof der Kerl!
Wir wurden zu den unterschiedlichsten Themen befragt, der Schwerpunkt lag aber ganz klar auf unseren „normalen“ Leben hier, wie es sich lebt als deutscher Freiwilliger in Warschau, was wir fühlen und was uns bewegt. Mal schaun was dabei herauskommt! Der Beitrag geht glaub ich Ende April auf Sendung und für alle nicht bayrischen Leser gibt es das Ganze das als Podcast als Download auf der Internetseite des Senders. Ich versorg euch natürlich mit dem Link- es sei denn es kommen peinliche Dinge vor!
Achso, auf dem sprachlichen Sektor gibt es Neuigkeiten. Seit einiger Zeit haben sich die Sprachkurse gemischt und Clara und ich sind nun mit zwei Chinesinnen in einem Kurs die überhaupt nicht auf unserem sprachlichen Niveau sind. Vielleicht kündigen wir den Vertrag, sparen das Geld zugunsten von Bier. Vielleicht ist auch ein neuer Kurs drin, wir werden schauen.
Montag, 31. März 2008
Schlesien und Berlin - Urlaub
Die letzte Woche war sehr turbulent, ich habe mir eine Woche Auszeit von Warschau gegönnt - über Ostern wurde dank Kamils weit verzweigter Familie Schlesien bereist und anschließend kurz aber intensiv Berlin genossen.
Schlesien
Schlesien. Über Ostern. Kamil hat dort viel Verwandtschaft, die mal wieder die Polnische Gastfreundschaft bewiesen haben. Kamil, Clara und ich waren ständig bei irgendeinem Teil der Kamilschen Sippe eingeladen zum Kaffee, Kuchen, Braten, Frühstück, Kuchen, Kaffee – bis alles wurstig aus den Ohren quoll. Praktischerweise wohnen fast alle seine Verwandten im selben Dorf, Rybnik, auf dem gleichen Berg, daher konnten wir dann immer schwerfällig gezeichnet vom mästen von Haus zu Haus rollen zur nächsten Mahlzeit. Natürlich gehört zu einem Schlesienbesuch, besonders über Ostern, ein katholischer Gottesdienst dazu. Auf der Wertigkeitsskala sogar noch über dem Kuchen rangierend. Deshalb waren wir mehrmals bei den recht beeindruckenden Ostermessen dabei und haben auch Kamils Ahnen auf dem Friedhof besucht. Die Schlesier sind sehr gläubig und die Kirchen proppenvoll, von Jung bis Alt ist meistens das ganze Dorf vertreten. Die Mentalität der Leute hat mir sehr gefallen, nur die Landschaft fand ich nicht besonders ansprechend. Schlesien ist ländlich geprägt, leicht hügelig, aber mit einem nicht abstreitbaren industriellen Einschlag. Die Region war bis zum Ende des Kommunismus nämlich eine der stärksten Wirtschaftsregionen aufgrund der riesigen Steinkohlevorkommen. Das hat sich nun ähnlich wie im Ruhrgebiet radikal geändert, viele Menschen sind arbeitslos, die Kohle bleibt im Gestein – nur die Zechentürme ragen frech hier und da in den Himmel. Das ergibt einen komischen Mix aus kleinen Ackerschollen, Hütten und den Schloten. Die meisten Menschen heizen trotzdem weiterhin mit Kohle, daher riecht es permanent nach Verbranntem. Wie in Schrebergärteensiedlungen.
Interessantweise ist die Region recht eng mit Deutschland verbunden. So fahren oft Autos mit deutschen Kennzeichen umher, ich habe das Gefühl, ähnlich wie Kamils Familie, sind viele polnische Schlesier zu uns ausgewandert und kommen nun öfters die Familie besuchen. Bei einigen Familien, so wurde uns berichtet, musste der Großvater sogar noch in der Wehrmacht dienen. Erstaunlichweise können auch viele alte Leute noch ein paar Brocken Deutsch. Klar, Rybnik lag direkt an der alten deutschen Grenze und besaß auch einen Anteil deutscher Bevölkerung.
Berlin
Am Montag ging es dann von Katowice per Expresszug in 8,5 h zügig nach Berlin. Meine beiden Mitbewohner fuhren wieder nach Warschau und ich wollte mich noch ein wenig in der Heimat vergnügen. Die knappe Woche war sehr intensiv, ich muss diese Woche eine Menge Schlaf nachholen. Höhepunkte der Woche war der Vortragsabend am Freitag bei den Mahlsdorfer Großeltern zu dem Thema „Kirche unter zwei Diktaturen“, der nachgefeierte Geburtstag des Bucher Opas nebst leckerer Himbeertorte und deftigem Drink und am Samstag abschließend die Geburtstagsfeier von Robsen und Benjamin. Miteingeladen war auch Hannes, den hatte ich ja auch ne Ewigkeit nicht mehr gesehen! Ach ja, Caio, Mensch den hätte ich fast vergessen! Den habe ich auch gleich mehrmals getroffen! Ein ganz guter Bekannter aus Brasilien, der mit mir ein halbes Jahr auf das Internat in Maine gegangen ist. Dort haben wir uns bestens verstanden aber seitdem leider nicht mehr gesehen. Deshalb war ich überglücklich dass es geklappt hat uns einmal wiederzusehen!!! Fritz hab ich auch mehrmals getroffen und wir haben uns über Gott und die Welt und die Bundeswehr unterhalten. Ich könnte die Liste noch ein wenig weiterführen, aber ich glaub der Eindruck reicht, es war eine schöne, erfahrungsreiche aber auch stressige Woche! Bilder kommen übrigens noch…



