Mittwoch, 13. Februar 2008

„Wenn der Pöbel die Straße beherrscht, gelten keine Privilegien mehr“, Franz Rosenthal, 1935


Das ist das Cover von dem Buch an dem ich arbeite... Cool, wa?!!


Ich dachte mir, das ist ein feiner Aufhänger um mal wieder von meiner Arbeit hier im jüdischen historischen Institut zu berichten. Von großen, erschreckenden oder außergewöhnlichen Dingen kann ich nicht erzählen, ganz im Gegensatz zu anderen ASF-Freiwilligen *…

Ich arbeite immer noch an dem Buch, dem ich auch das Zitat entnommen habe. Ich bin jetzt ungefähr bei vier fünfteln, dass heißt der Text ist fast vollständig abgeschrieben. Danach erwartet mich noch eine Korrekturphase und einige hebräische und jiddische Textstellen muss ich noch von Fachkräften übersetzten lassen und dann ist die Tat komplett! An dem Ganzen sitze ich ja schon ziemlich lange, bestimmt drei oder vier Monate, so sind schon an die 22.000 Wörter zusammengekommen…
Ja, aber wenn das Projekt zu Ende ist hab ich zum Glück noch andere interessante Dinge zu tun. Die Webseite des Instituts existiert nur auf Polnisch und Englisch und diesen Missstand möchten die beiden Gedenkdiener und ich beheben und eine deutsche Version (mit österreichischen Einschlag?) erstellen.
Desweiteren rückt der Frühling immer näher und damit auch die deutschen Touristen und Interessierte, denen wir das Getto zeigen können. Das heißt, ich werde im Laufe des Jahres, sofern denn Leute kommen, immer weniger im Archiv sein, als Führer oder besser Guide auf den Spuren der Vergangenheit…

*Eine Freiwillige in Belgien, eine Freundin von mir, hat zur Zeit ziemlich viel Stress mit ihrem Projekt. Schlimmer noch, ihr ganzes Projekt wird in Bälde enden und sie muss sich selbst ein Neues suchen und allerlei schlägt sich mit allerlei anderen ätzenden Schwierigkeiten rum. Die Arme. Da klingen meine Berichte doch ziemlich behütet…

**vielleicht sollte ich noch kurz den Zusammenhang des Zitats erwähnen, obwohl er sicherlich kein spannender ist; Es handelt sich um das Dilemma, dass die Juden in Schlesien während des Mittelalters laut meines Autors zwar von den regionalen Fürsten zwar Privilegien und Schutzverträge besaßen, jedoch dem Pöbel, sobald er, oftmals durch die Kirche aufgewiegelt, schutzlos ausgeliefert war. Naja der Satz ist aber, wie ich meine, auch allgemein gültig... oder?

Montag, 11. Februar 2008

neue Fotos und Dialog

Fotos


Ich habe letzte Woche mich ein wenig neu eingekleidet, da das überbordene Einkommen von ASF einen einfach dazu einläd Geld auszugeben- hehe - und haben spontan in der Metro Fotos von uns gemacht. Die Fotos sind echt gelungen, dank Martin , einem Mitfreiwilligen hier aus Warschau, welcher virtuos das Fotografieren beherrscht und natürlich nicht zuletzt aufgrund meiner lieben neuen Kamera :)










Ihr seht von links nach rechts: Clarą, Martin, Malwina, Kamil und Alex und im Hintergrund unsere prächtige U-Bahn Station Ursynów...


und hier der Link zu den Fotos: http://picasaweb.google.de/Briedigkeit/Fotoshooting08


Dialog





Uuund noch ganz interessant, ich habe eine tolles Magazin kennengelernt, Dialog heisst der gute Fetzen, welches über polnisch-deutsche und deutsch-polnische Themen schreibt. Ich habe mir gleich zwei Ausgaben ausgeliehen und hab schon mal reingeschnuppert, es scheint interessant zu sein. Alle Artikel erscheinen immer zweisprachig, aber ich halte mich eher an die deutschen, das polnische ist noch zu schwer...

Zuuum Beispiel, sehr interessant, wird in der letzten Ausgabe wird Jacek Tyblewski interviewt, ein Exilpole ind Deutschland und befragt zu der Thematik wie es den um die Exilpolen zur Zeit stehe und wie die Stimmung in der Gemeinde ist. Der Typ ist der Chef vom radio multikulti und gilt zudem als Experte der Exilgemeinde der Polen in Deutschland.
Er geht übrigends von bis zu zwei Millionen Polen in Deutschland aus...
Über den ganzen Artikel hier zu schreiben würde aber ausufern, das waren glaube ich über fünf Seiten und leider stellt Dialog die Artikel leider nicht online. schade.
Aber ich denke ich werde sicherlich noch einige Male dieses Magazin zitieren, da es sich ja genau mit dem befasst, was hier im Blog beschrieben werden soll!


Links:

Donnerstag, 7. Februar 2008

Neuer Boss in der Stiftung

Frischer Wind in der Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung


...und rasend verbreitet sich im Internet die Nachricht, dass meine Stiftung nun einen neuen Chef hat. Nun gut, die großen Blätter haben das Thema noch nicht aufgegriffen *lol*, aber immerhin die viel gepriesene Klatschspalte von Kamil :). Ich arbeite ja heute in dem jüdisch-historischen Institut und habe daher von der Neuerung gar nichts mitbekommen, hätte ich nicht seinen Blog gelesen.
Das mit dem Chefwechsel ist eine ganz interessante Geschichte. In Polen gibt es das Sprichwort dass bei Regierungswechseln auch die Putzfrauen ausgewechselt werden. Das darf man nicht wörtlich nehmen, aber einen wahren Kern besitzt es doch.So es werden bis "fast" auf die Ebene der Putzfrauen personelle Änderungen vorgenommen.

Unsere Stiftung hat ja durchaus eine Präsens in der Öffentlichkeit, insofern liegt es Nahe wenn die an der Macht seiende Partei Einfluss auf die Wahl des jeweiligen Chefs ausübt.

Die Wahlsieg der Bürgerplatform vor einem halben Jahr hat auf jeden Fall dazu geführt dass unser voriger Chef vor einiger Zeit das Handtuch werfen musste. Er selbst war Mitglied der Partei für Recht und Ordnung, also der Kaczynskipartei und war sicherlich den jetzigen Machthabern ein Dorn im Auge, zumal er sich sehr oft in Artikeln in einer Art polnischen Spiegel sehr oft über alles und jeden ausgelassen hat *. Mich hat es sowieso gewundert, dass ein Mann mit so einer starken polarisierten politischen Meinung und vor allem seiner starken Parteibindung ein Amt in einer STIFTUNG einnehmen konnte. Aber ich bin ja auch nur der Praktikant :)
Auf jeden Fall ist mir mein jetziger Chef viel lieber, es ist (oder war) Kamil direkter Vorgesetzter, Darek, der von der Position eines Abteilungschefs nun aufgestiegen ist. Mit Darek hatte ich auch recht oft zu tun, was sich jetzt sicherlich ändern wird. Zumindest hab ich mit dem alten Chef nicht ein Wort gewechselt...

Bin gespannt ob man den Wechsel an der Spitze bemerkt und ob es Veränderungen geben wird...

*Das erwähnte Nachrichtenmagazin heist Wprost und ist wie schon erwähnt dem Spiegel sehr ähnlich, also auch ein wöchentliches Magazin für Politik Kultur und Bla oder auch Bla. Hier einige lustige und teilweise sehr umstrittene Titelblätter des Magazins *ich hoffe ihr könnte über das linke auch lachen*:




Montag, 4. Februar 2008

Nach 3l Schweiß ein Projektbericht...

Projektbericht

Nun ist es so weit, mein Projektbericht steht in den Startlöchern!!! Es mag unglaublich klingen, aber irgendwie konnte ich mich doch motivieren an dem Teil zu arbeiten und es fertigzustellen.
Dankend erwähnt werden muss hier Kamil, der heldenhaft Korrektur gelesen hat und hoffentlich die übelsten Schnitzer entdeckt hat.

Das Ganze hat unter anderem so lange gedauert, da mein Sendungsbedürfnis durch diesen Blog schon ziemlich ausgefüllt ist und ich in den Projektbericht eh ähnliches hätte schreiben müssen.
Aber es musste einfach sein. Da dachte ich mir ich bin schlau und kopier einfach die passenden Texte aus dem Blog raus und verwende sie- falsch gedacht, stilistisch und erst recht grammatikalisch hab ich ja nen ganz schönen Stuss fabriziert hihi...
Habe das ganze halt noch einmal überarbeitet und auch auf den neusten Stand gehievt - bin mal auf die Reaktionen gespannt. Ich habe darin so ungefähr 20 mal für meinen Blog geworben, vielleicht nervts ja... :)

Kennt ihr Rapidshare? Die Seite ist ja eher bekannt fürs illegale Herunterladen von Kinofilmen , aber ich habe einfach mal meinen Projektbericht im Doc-Format hochgeladen und hier tatataaa ist der Link:

http://rapidshare.com/files/89100201/fProjektbericht.doc.html

Lustigerweise schmückt sich die Seite ganze 4.5 Petabyte Speicherplatz zu haben... Petabyte!

PS: Falls du grad ein offizieller Förderer bist ,der das liest, du bekommst den Projektbericht natürlich per Post und extrem persönlich zugesandt!!!

PPS: Unwort des Tages: Projektbericht -dieses Wort habe ich heute schätzungsweise 23,47 mal verwendet *ätz *

Samstag, 2. Februar 2008

Nach dem Einkauf...




Mensch, ich finde hier sieht man uns echt an, wie froh wir sind, mal wieder unseren Kühlschrank richtig gefüllt zu haben! Einmal in der Woche, so haben wir uns nämlich vorgenommen, wandern wir mit unseren Trekking-Rucksäcken gen Kangaru-Supermarkt um unseren Großeinkauf zu tätigen. Gestern war es mal wieder soweit. Unser Kühlschrank gähnte vor Leere und unsere Mägen haben mal wieder etwas leckeres verlangt. Und glücklicherweise hatten auch ALLe Zeit, was gar nicht immer so einfach ist. Entweder will ich schwimmen gehen oder der Kamil gönnt sich ein Nickerchen oder die Clara bummelt in der weiten Welt umher- naja gestern hats halt geklappt.

Auf dem Weg werden wir immer neugierig beäugt aufgrund der riesigen Rucksäcke mitten in der Stadt und natürlich unserem unangenehm lautem deutschen Palaver...

Der ganze Einkauf ist immer ein großes Spektakel, denn jeder versucht das leckerste mitzunehmen und die anderne natürlich von den Vorzügen zu überzeugen. Wir schwingen dann immer jauchzend im Konsumtemepl von Früchten zu satten Fleischtheken und vollen Süßigkeitsregalen und kosten es einfach aus mit unserem Geld *?* geile Dinge zu kaufen. Einfach herrlich! Grundsätzlich ist unser Geschmack recht homogen und es kommt höchstens mal bei Sachen wie Schokolade *die find ich ungesund* oder Fleisch *Clara: die leiden doch dir armen Viecher- höhö* oder diesem oder jenenem zu kleinem Zank...

Tja wir verhalten uns schon fast wie ein altes Dreier-Ehepaar :)

Aber ich finde wie das Bild zeigt, kann sich unser Kühlschrank echt sehen lassen, oder????


Im Hintergrund habt ihr übrigends Sicht auf unseren Flur und den roten Telefonstuhl und darüber das verrückte Plakat "Doktor Haust" - keiner weiß worum es geht, aber es passte da irgendwie hin...

Ich hoffe mein Ausflug ins Alltägliche war jetzt nicht langweilig oder unpassend, aber wollte halt mal den Stolz übere unsere toll funktionierende Wg-Führung loswerden :)


*Die Austattung des Kühlschranks ist nicht repräsentativ, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mittwoch, 30. Januar 2008

Besuch bei meinen alten Leuten

Gestern habe ich wieder meine alten Leute besucht. Oder besser: wollte sie besuchen. Ich habe mir erst mal richtig in die Hosen gemacht, da mein dummer Bus partout nicht kommen wollte. *sinnigerweise kamen dann 20min später gleich zwei von der sorte*So bin ich dann ängstlich ungefähr zehn Minuten später bei ihnen eingetrudelt. Eigentlich sind ja zehn Minuten kein Weltuntergang, schon gar nicht in Polen, aber ich habe mir immerhin vorgenommen schön pünktlich, also fünf Minuten davor auf der Matte zu stehen…
Wie dem auch sei, deren Tochter hat mir aufgemacht und alles war gar nicht so schlimm. Meine lieben alten Leue waren jedoch gar nicht ansprechbar, da sie beide im Bett lagen und eine Erkältung auskurieren mussten. Die beiden mussten sogar antibiotika schlucken, mensch mensch mensch.. Ein Glück dass die Tochter zufälligerweise grade da war und sie bekochen konnte, denn normalerweise wohnt sie mit ihrer ganzen Familie in Bonn.
Ich bin dann auch gar nicht soo lange dort geblieben, da die beiden ja nicht ansprechbar waren. Dennoch hab ich mich ein wenig mit der Tochter unterhalten, Tee getrunken und ein wenig typisch polnische Suppe gelöffelt.
Interessanterweise hat sie mir etwas aus der Geschichte der Eltern erzählt. Da ich die beiden ja nicht zwingen will und eigentlich auch nicht sollte, was früher so allen in ihrem Leben abging, war das ein willkommenes Thema. Nur so viel habe ich herausgefunden, dass die Mutter während des Krieges ein platonisches Verhältnis mit einem Deutschen Soldaten hatte und ihr späterer Mann im Konzentrationslager von Gdansk inhaftiert war. Das muss eine ganz schöne Überwindung für den Mann bedeutet haben diese Begebenheit seiner Frau zu akzeptieren.
Allzu lange Zeit hatte die Tochter allerdings nicht, da sie ja jetzt den Haushalt schmiss und ich habe mich auf den Weg nach Hause gemacht. Bin natürlich prompt in den falschen Bus und hab erstmal gut Zeit in den Sand gesetzt, zumal ich an dem Abend echt nen Programm hatte. Schwimmbad, Telefonieren und dann zu ner Jam Session.
Schließlich fand sich kein Begleiter zu der Session *na nam gucken, müde, jam session? neee, und so weiter* und alleine gehen wollte ich auch nicht und so bin ich nur schwimmen gegangen, war aber sehr toll- ordentlich ausgepowert!!
Jam Session- Da nehme mir seit Wochen (!!!) vor endlich mal den Schuppen auszuchecken und komm nie dazu. Immerhin will ich eines Tages da mal mit meiner Kanne hin und ordentlich was ablassen… *also Trompete spielen (Alex-Deutsch Deutsch-Alex)*

Montag, 28. Januar 2008

Mój Ursynów...


Mein geliebtes Ursynów in dem ich lebe....




gute Mucke, auch meinem Getto gewidmet...






... über die Güte des zweiten Videos kann man sich streiten, aber es zeigt ganz gut Ursynow bei Nacht :)